
In den letzten Wochen überschlugen sich hier in der Straße die Ereignisse, neben unserer Fassadenmalaktion und der Großrazzia (1), kam es parallel zu einer Einigung zwischen Bezirksamt und dem Spekulanten bzgl. der Abrissgenehmigung unseres Blocks (2). Eines können wir schon vorweg sagen: Wir lehnen einen Umzug in die geplante Unterkunft in der Papierstr. 5-6 im Wedding ab, denn einerseits brauchen wir kein betreutes Wohnen, wir halten schließlich innerhalb der dreijährigen Besetzung trotz aller Widerstände unser Haus hier seit 2 Jahren in Selbstverwaltung am Laufen. Andererseits sind wir regelmäßigen physischen und psychischen Angriffen und Unterwanderungsversuchen unserer Nachbar*Innen ausgesetzt (3), mit diesen Leuten ein friedliches Zusammenleben in einer Gemeinschaftsunterkunft zu gestalten halten wir aktuell für ausgeschlossen! In die Verhandlungen selbst wurden wir nicht eingebunden, wir wurden, wie wir es befürchtet haben, explizit ausgeschlossen und im Dunkeln gelassen. (4) Im folgenden möchten wir auf die Kernpunkte des Deals eingehen und darlegen weshalb wir glauben, dass der Deal eine gewaltige Nebelbombe ist, mit dem Hauptzweck, dass Spekulant und “Eigentümerin” Dr. Andreas Pichotta und seine Arcadia Estate GmbH wieder in die Offensive kommen. Anlass des Deals ist, dass Pichotta seine seit geraumer Zeit abgelaufene Abrissgenehmigung erneuert haben wollte, während der Bezirk daran interessiert war diese herauszuzögern bzw. als Druckmittel zu nutzen. Da der Bezirk rechtlich gezwungen war, die Abrissgenehmigung zu erteilen, blieb nur eine Verhandlungslösung als letzte Möglichkeit. Der Deal sieht vor, dass Pichotta eine Abrissgenehmigung bekommt, im Gegenzug muss er den verbleibenden Mieter*innen nach Zweckentfremdungsgesetz vergleichbaren Ersatzwohnraum zu 11,50 bis 16,50 Euro pro QM ermöglichen. Dieser soll idealerweise in einem Neubau auf demselben Grundstück nach Abriss entstehen. Hierzu soll der Block Stück für Stück abgerissen werden und parallel der Neubau hochgezogen werden. Unabhängig von einer gesetzlichen Grundlage errichtet Pichotta quasi “gönnerhaft” auf seinem Grundstück in der Papierstr. im Wedding eine Gemeinschaftsunterkunft für die Besetzer*Innen und die im Hotel Habersaathstr. 40a-42 untergebrachten Geflüchteten zur Vermietung an einen sozialen Träger. Abriss und Umsiedlung soll erst passieren, wenn die Unterkunft im Wedding errichtet ist. Nach Plan im November 2025. Rechtlich dazu verpflichtet, Bewohner*innen aus unserem Haus unterzubringen, oder überhaupt ein Ersatzobjekt zu errichten ist Pichotta aber durch den Deal nicht.Die verkündete Abmachung krankt an so vielen offenen Enden, das es schon schwierig wird, sie alle aufzuzählen. Versuch einer Einordnung:
Continue reading Zur Einigung zwischen Bezirk und Spekulant der Habersaathstr. 40a-48